Was ist das Facettensyndrom?

Das Facettensyndrom, auch Facettengelenksyndrom oder Wirbelgelenkarthrose genannt, ist eine Erkrankung der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) zwischen den Wirbelkörpern. Sie geben der Wirbelsäule Stabilität und Beweglichkeit. In der Gelenkkapsel der Facettengelenke befinden sich, im Gegensatz zur Bandscheibe, zahlreiche Schmerzrezeptoren. Im Falle eines Reizzustandes wird ein Schmerzsignal sofort an das Gehirn weitergeleitet.

Das Facettensyndrom ist schon seit mehr als 100 Jahren bekannt, wird aber dennoch leider oft übersehen als Ursache von Rückenschmerzen. Vermutlich handelt es sich, neben Bandscheibenschäden, um eine der häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen.

Wie entsteht ein Facettensyndrom?

Facetten sind kleine Wirbelgelenke die die Wirbelkörper miteinander verbinden. Durch Bandscheibenschäden bzw. -degeneration verringert sich der Abstand der Wirbelkörper zueinander. Dadurch werden die Facettengelenke mehr belastet und fehlbelastet. Es kommt zu Arthrose und chronischen Reizzuständen. Somit kann ein Facettensyndrom entstehen. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule betroffen da diese die größte Last zu tragen hat.

Symptome des Facettensyndroms

Typisch sind tiefsitzende und dumpfe Schmerzen im Bereich der Facettengelenke. In der klinischen Untersuchung zeigen sich diese auch meistens stark druckdolent und sind gut lokalisierbar. Im Laufe des Tages nehmen die Schmerzen meistens zu da die Wirbelsäule durch den aufrechten Gang oder durch langes Sitzen stark belastet wird. Im Liegen und in Ruhe tritt schnell eine Besserung ein. Der Schmerz kann aber auch in die Beine ausstrahlen und durch Überstrecken der Wirbelsäule verstärkt werden. Die Beschwerden können wie ein Bandscheibenvorfall aussehen. Die Schmerzen können aber keiner Nervenwurzel oder keinem Dermatom (definiertes Versorgungsgebiet) zugeordnet werden. Man spricht daher von sogenannten „pseudoradikulären“ Schmerzen.  Insgesamt kann das Facettensyndrom zu starken Schmerzen und zu schweren Einschränkungen der Aktivitäten des täglichen Lebens führen.

Diagnose des Facettensyndroms

Eine genaue körperliche Untersuchung ist unbedingt notwendig. Hier zeigt sich immer eine erhöhte Druckempfindlichkeit und Schmerzhaftigkeit im Bereich der betroffenen Facettengelenke. Wichtig für die Diagnosestellung sind außerdem ein Röntgen sowie ein MRT. Eine Probeinfiltration in das betroffene Facettengelenk (z.B. mit Ultraschall, Röntgen oder CT) kann die Diagnose schnell bestätigen.

Therapie des Facettensyndroms

Die Therapie hängt stark von der Schmerzintensität des Patienten ab. In milden Fällen des Facettensyndroms sind meist entzündungshemmende Schmerzmittel sowie Physiotherapie ausreichend. Hier geht es vorwiegend und den Aufbau und Stärkung der Rumpfmuskulatur um die Wirbelsäule zu entlasten und zu stabilisieren. Ebenso hilfreich sind Akupunkturbehandlungen und physikalische Therapien.

Bei starken Schmerzen sind Infiltrationen eine sehr gute Methode zur schnellen Schmerzlinderung. In manchen Fällen ist eine Denervierung der Facettengelenke sinnvoll. Dabei werden die schmerzauslösenden Nerven der Facettengelenke mit gepulster Radiofrequenz „verödet“. Hier besteht der Vorteil einer länger anhaltenden Schmerzreduktion oder Schmerzfreiheit.

Zusammenfassung der Therapien:

  • Entzündungshemmende Medikamente (z.B.: NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac ect.)
  • Akupunktur
  • Physiotherapie
  • Physikalische Therapie
  • Infiltrationen
  • Facettengelenksdenervierung

Durch eine konsequente konservative Therapie kann eine nachhaltige Schmerzreduktion und somit eine Steigerung der Lebensqualität erreicht werden.